„Wir sitzen zu Hause im Dunkeln und chillen.“ Diese Nachricht schickten mir gleich mehrere meiner bereits pensionierten Freunde. Glücklich klangen sie dabei nicht. Lieber würden sie den Sommer genießen: barfuß laufen, Rad fahren, ein Eis essen, vielleicht ins Freibad. Nur: Bei 35 Grad ist selbst das Freibad keine besonders verlockende Idee.
Also bleiben die Rollläden unten und die Fenster zu. Bewegung wird überschätzt. Bei dieser Hitze läuft der Schweiß schon beim Gedanken daran, sich vom Sofa zu erheben. Selbst unser Kater bewegt sich nur noch in Zeitlupe. (Leider ignoriert er die neue Katzen-Kühlmatte komplett.)
Nach einer fürchterlichen Nacht, in der sich die Matratze heißer anfühlt als sonst der Bettwärmer im tiefsten Winter, geht es morgens gerädert unter die Dusche. Danach ist man vom Anziehen bereits wieder verschwitzt. Auf der Arbeit laufen die Ventilatoren heiß, während das Thermometer gefährlich in Richtung „Hitzeschlag“ klettert.
Früher hat man sich über einen richtig heißen Sommer gefreut. Heute ist man schon dankbar, wenn es abends auf 25 Grad abkühlt. Dann werden die Rollläden vorsichtig hochgezogen, man setzt sich auf die Terrasse und genießt den lauen Abend. Und plötzlich ist er wieder da, der Sommer, wie man ihn eigentlich mag. Bis am nächsten Morgen gegen 10 Uhr die Hitze wieder zuschlägt. A. Tiefenbacher






