StartAktuellesKultur & EventsAnatomische Stationen des Lebens: Körperwelten in Ludwigsburg

Anatomische Stationen des Lebens: Körperwelten in Ludwigsburg

Die Leser des Ludwigsburger Wochenblatt erfahren es zuerst. Die Körperwelten sind zurück. Die Ausstellung im urbanharbor wird am 4. Dezember 2026 eröffnet.

Jetzt ist es offiziell. Ludwigsburg hat den Zuschlag bekommen. Die für ihre bemerkenswerten Ausstellungen bekannten MM Studios im urbanharbor präsentieren vom 4. Dezember 2026 bis zum 25. April 2027 eindrucksvolle Exponate über die Auswirkungen des kalten Fiebers, wie Goethe das Alter in seinem „Faust“ nennt. Der Titel der Schau lautet: „Der Zyklus des Lebens“.
Die aufwendig präparierten Ausstellungsstücke haben ein Ziel. Sie wollen das Geheimnis des Erblühens und des Welkens lüften. Wie entsteht Leben? Wie verändert sich der menschliche Körper im Laufe der Jahre? Und welchen Einfluss haben wir selbst darauf?

Von der Wiege bis zur Bahre

Mit „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“ erwartet die Ausstellungsbesucher eine ebenso faszinierende wie berührende Reise durch die Natur des Menschen. Die ersten Stationen präsentieren die Entstehung des Lebens. In den letzten Kapiteln geht es ums hohe Alter.
Anhand echter menschlicher Präparate und faszinierender Ganzkörper-Plastinate macht die Schau sichtbar, wie sich der Körper entwickelt, wie er sich verändert und schließlich altert.

Dabei geht es um weit mehr als um Anatomie. Jede Station lädt auch dazu ein, sich über den eigenen Körper Gedanken zu machen und zu lernen, welchen Einfluss Lebensstil, Bewegung, Ernährung und soziales Wohlbefinden auf die Gesundheit und auf die Alterungsprozesse haben. Die anatomischen Präparate zeigen auf unmittelbar verständliche Weise, wie Organe und Körpersysteme aufgebaut sind, wie sie zusammenarbeiten – und was geschieht, wenn Krankheit oder ungesunde Lebensgewohnheiten ihre Spuren hinterlassen.
Gesunde und krankhaft veränderte Organe ermöglichen dabei direkte Vergleiche und machen Zusammenhänge sichtbar, die sonst im Verborgenen bleiben. So vermittelt die Ausstellung nicht nur anatomisches Wissen, sondern regt ganz unmittelbar dazu an, über die eigene Gesundheit und Lebensweise nachzudenken.

Die von Dr. Gunther von Hagens (1945 – 2026), dem Meister der Plastination, erschaffenen Körperwelten, sind mehr als eine anatomische Ausstellung. Sie verändert den Blick auf den eigenen Körper – und häufig auch auf das eigene Leben. Mehr als 58 Millionen Menschen weltweit haben sich bereits auf diese Reise in die eigene Anatomie begeben.

Die in der Ausstellung gezeigten Plastinate stammen aus dem Körperspende-Programm des Instituts für Plastination in Heidelberg. Mehr als 24 000 Menschen haben sich dort inzwischen als Körperspender registrieren lassen und damit entschieden, ihren Körper nach dem Tod für die anatomische Aufklärung zur Verfügung zu stellen. Dr. Angelina Whalley, die Witwe Gunther von Hagens, gestaltet seit 2009 die Körperwelten im Sinne ihres Mannes. Sie ist auch für die Ausstellung in Ludwigsburg als Kuratorin verantwortlich. mic/red

Info:

Körperwelten – Der Zyklus des Lebens, ab 4. Dezember
MM Studios – urbanharbor
Groenerstraße 31
71636 Ludwigsburg.
Mo.–Fr. 9–18 Uhr, Sa., So. & Feiertage 10–18 Uhr
www.koerperwelten.de

Eine Wirbelsäule mit Gehirn und weiteres organisches Material unter Glas. Foto: Körperwelten

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