Die Steillagentage vom 3. bis zum 5. Juli servieren fast alles, was das Land zu bieten hat, unter freiem Himmel: Weine, Essen, Natur, fleißige Winzer und gute Laune
Verweilen wir einen Augenblick in Stille und lassen den Blick schweifen über das geschwungene Neckartal zwischen Poppenweiler und Neckarweihingen. Aus der Ferne grüßt ein Kirchturm. Drunten, jenseits des Flusses bei der Schleuse, liegen die Zugwiesen. Sie bieten seltenen Tierarten ein Refugium und locken Naturfotografen von weit her an.
Gerade jetzt, im Sommer, wenn alles so schön grün ist – die Wiesen ebenso wie die Weinberge, in denen wir stehen, und die kleinen Wälder an den Nordflanken des Tals – gibt es wenige Orte in unserer Heimat, die mehr zu bieten haben.
Früher, als es die Ludwigsburger Steillagentage noch nicht gab, war das Weinberghaus ein Geheimtreff, ein privater Ort, an dem Weinliebhaber öfter zusammen kamen, um in aller Ruhe ein gutes Tröpfchen zu genießen. Nachdem sich die traute Runde aufgelöst hatte, erkannte der städtischen Eigenbetrieb Tourismus & Events Ludwigsburg das Potenzial dieses magischen Ortes und machte ihn öffentlich. Die Ludwigsburger Steillagentage waren geboren.
Das war vor sieben Jahren. Inzwischen ist das dreitägige Weinfest, dass die schwierige Arbeit der Steillagenwinzer ebenso feiert, wie deren hervorragende Produkte, zu einer Hauptattraktion geworden. Wobei man zur Beruhigung gleich hinzufügen muss, dass der Festplatz unweit des Grüß-Gott-Weges trotz seines heroischen Namens „Heldenschmiede“ alles andere als ein kriegerischer Ort ist. Ganz im Gegenteil. Die von kundigen Köpfen organisierten Tage sind genau das Gegenteil. Nämlich eine Zeit der Entschleunigung. Mit wohltuendem Abstand zu den Zumutungen des Alltags kommen die Besucher und Besucherinnen zur Ruhe. Sie lassen den Tag mit einem Glas Wein ausklingen, sehen der Sonne zu, wie sie sich in Richtung Ludwigsburg verkrümelt und genießen das Glück des Augenblicks. Im Grunde ist alles wie früher. Oder. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser, wenn man bedenkt, welchen enormen Qualitätssprung die Württemberger Weine in den vergangenen Jahren gemacht haben.
Neue Attraktionen
Auch Elmar Kunz, der Mann von Tourismus & Events Ludwigsburg, bei dem alle Informationen über die Steillagentage zusammenlaufen, freut sich sehr auf die sechste Ausgabe des Weinfestes, das traditionell den Genuss mit Werbung für die aus vielen Gründen bedrohten Steillagen verbindet. Vor allem, weil es den Organisatoren gelungen sei, neue Partner zu gewinnen: „Neben den bewährten Akteuren wie den Weingütern Kleinle, Kopp, den Weingärtnern Marbach sowie den ‚Steilen Helden‘ sind auch neue Akteure rund um das Thema Steillagen und Gastro vertreten“. So öffnet Dr. Tilmann Müller-Wolff von Tilmanns Traubenwerk seinen Weinberg und schenkt dort seinen famosen Spätburgunder aus.
Ebenfalls neu: Die „Steilen Helden“ schenken nicht nur ihre Weine aus. An allen drei Tagen bieten sie Führungen mit dem Titel „Wein, Handwerk & Genuss“ an. Sie dauern jeweils 90 Minuten. Dazu kommen, wie bisher, große und kleine Weinbergtouren der städtischen Erlebnisführer, die an den Steillagentagen zu sensationell günstigen Preisen angeboten werden. Auch der neue, im Frühjahr eröffnete „WengertWäg“ mit seinen Informationstafeln freut sich auf noch mehr Aufmerksamkeit.
Bleibt noch eine Frage zu beantworten. Wie kommen die Gäste am bequemsten zu den Steillagentagen? Auch hier weiß Elmar Kunz Rat: „Kommen Sie am besten mit dem Rad oder dem E-Bike, nutzen Sie den Oldie-Bus-Shuttle von Poppenweiler aus oder nutzen Sie den ÖPNV – die Buslinie 430 hält unweit vom Grüß-Gott-Weg in Neckarweihingen!“ – Michael Langjahr
Info:
Fr. 3. Juli bis So. 5. Juli
Ludwigsburger Steillagentage 2026
Am Grüß-Gott-Weg zwischen Poppenweiler und Neckarweihingen.
Der Eintritt ist frei.
Zeiten: Fr. und Sa. 16 bis 23 Uhr. So. 11 bis 19 Uhr
Die Weinwanderungen und Führungen können bereits jetzt unter www.visitludwigsburg.de gebucht werden.





