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Samstag, 14. Februar 2026
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StartAktuellesKommentarÜbrigens: Auf Schalke

Übrigens: Auf Schalke

Die Kumpels hatten sie noch gewarnt. „Leute. Nicht euer Ernst. Die Sparkasse Gelsenkirchen? Da gibt‘s doch nix zu ernten“. Doch die zwielichtigen Bergmänner hörten nicht auf ihre „Bankberater“. Ihr krimineller Lokalpatriotismus war stärker. „Wir bleiben hier, im Revier“. Darauf bohrten sie in bester Bergmannstradition im Stadtteil Buer unter Tage ein Loch durch eine Wand und drangen zu dem Ort vor, an dem sie in der Sparkasse die meiste Kohle vermuteten. Es sollte der Reinfall des zu Ende gehenden Jahres werden. Die ganze Maloche war nahezu umsonst. Wenn die Gangster auf ihre Funde blicken, kommen ihnen die Tränen. Klar. Da sind auch einige getragene Trikots von Kuzorra, Libuda und Szepan darunter. Für die Besitzer, alles Schalke-Fans, sind das Heiligtümer. Doch so sehr der Markt für getragene Trikots auch boomt, Millionär wirst du mit den gestohlenen Leibchen nicht. Auch anderes Ruhrgold kam zutage: zum Beispiel einige Steinkohlebrocken aus der letzten Gelsenkirchener Zeche Westerholt und eine Erstausgabe des Schalker Kreisels. Wenn da nun in den Medien über eine Beute von 100 Millionen Euro spekuliert wird und einige Schließfachbesitzer angeben, sie hätten eine halbe Million in bar verloren, dann können die Schalker Gangster nur lachen. „Wo ist das ganze Geld hin? Wir haben es nicht.“ Wenn die Langfinger eines Tages gefasst werden und die ganze Wahrheit ans Licht kommt, wird die Welt erfahren, dass der Coup, so handwerklich sauber, kühn und gewaltfrei er auch über die Bühne gegangen war, nur Verlierer hervorgebracht hat. Aber Kummer ist man ja gewohnt auf Schalke. Michel

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