Samstag. Der Tag, an dem alle plötzlich merken, dass Essen keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine biologische Notwendigkeit ist. Der Kühlschrank leer, der Magen vorwurfsvoll – also ab in den Supermarkt, den Ort, an dem sich das Leben entscheidet.
Mein Supermarkt der Wahl ist modern, sehr modern. Er hat acht Selbstbedienungskassen. Ein technisches Meisterwerk. Das Problem: Das Klientel ist noch nicht dort angekommen. Die meisten gehören zur Altersgruppe 60plus, aufgewachsen mit Registrierkassen und persönlicher Begrüßung. Heute sagt eine Maschine: „Bitte Artikel scannen.“ In einem Ton, der keinen Widerspruch duldet.
Neulich versuchte ich eine exotische Frucht zu finden. Scrollte einmal, zweimal, fünfmal. Kein Mensch weit und breit. Niemand, der die digitale Fruchtkrise bemerkte. In meiner Not griff ich zu einer pragmatischen Lösung: andere Frucht, ähnlicher Preis, ähnliche Farbe, ähnliche moralische Vertretbarkeit. Auf den Schreck legte ich noch eine Flasche Wein dazu. Ein Fehler. Alkohol muss bestätigt werden. Wer macht das, wenn niemand da ist? Endlich bestätigte jemand, dass ich auch von hinten aussah wie 18plus. Ich war wieder eine mündige Bürgerin.
Fazit: Samstags einkaufen ist ein Abenteuer zwischen Hightech und Menschlichkeit. Und wer das überlebt, darf sich auf dem Heimweg eine Packung Chips als Belohnung gönnen.



